Der Schwarzwald
Selbst den Römern war er unheimlich
Der Schwarzwald – allein der Name klingt nach dunklen Wäldern, geheimnisvollen Tälern und ein bisschen Märchen und Geschichte. Doch hinter der romantischen Kulisse steckt eine überraschend spannende Geschichte, die Millionen Jahre zurückreicht.
Entstanden ist der Schwarzwald als Teil eines uralten Gebirges, welches sich vor rund 300 Millionen Jahren anhob. Das ein mächtige Massiv wurde durch Wind, Wasser und Eis stark abgetragen. Dann, vor etwa 50 Millionen Jahren, senkte sich der Oberrheingraben ab: Dadurch wurde der Schwarzwald auf der westlichen Seite steil angehoben – daher die markanten Höhenzüge zum Rhein hin während gen Osten das Gebirge sanft abfällt. Das Ergebnis ist ein Mittelgebirge mit tiefen Tälern, Hochflächen, erloschenen Vulkanen und Gipfeln bis fast 1500 Metern Höhe, wie dem Feldberg, der mit 1.493 Metern der höchste Punkt ist.
Inhalt Links Der Schwarzwald
Seinen Namen verdankt der Schwarzwald übrigens keineswegs düsteren Legenden, sondern den Römern. Sie nannten das Gebiet „Silva Nigra“ – schwarzer Wald – wegen der dichten, dunklen Baumkronen, die ihnen den Weg versperrten. Lange Zeit blieb die Region dünn besiedelt. Erst im Mittelalter begannen Siedler, den Wald zu roden, Bergbau zu betreiben und Landwirtschaft aufzubauen. Silber, Holz und Glas machten den Schwarzwald wirtschaftlich interessant.
Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich dann das Bild, das wir heute kennen: Kuckucksuhren, Bollenhüte und Schwarzwälder Kirschtorte wurden zu kulturellen Symbolen. Gleichzeitig entdeckten Städter die Region als Erholungsgebiet. Kurorte, Wanderwege und später Skipisten machten den Schwarzwald zu einem der beliebtesten Reiseziele Deutschlands.
Das Murgtal - wild und romantisch
Das Murgtal gehört zu den wildromantischsten Ecken des Schwarzwalds – ein schmales, tief eingeschnittenes Tal, in dem sich Natur, Technik und Geschichte auf engstem Raum begegnen. Die Murg entspringt bei Baiersbronn und schlängelt sich über rund 80 Kilometer Richtung Rhein. Besonders im oberen Murgtal zeigt sie ihren ursprünglichen Charakter: rauschendes Wasser, steile Hänge und dichte Wälder prägen das Bild.
Geologisch ist das Murgtal ein echtes Kraftpaket. Über Jahrmillionen hat sich der Fluss tief in das harte Gestein des Schwarzwalds eingegraben. Dadurch entstanden Schluchten, Felswände und spektakuläre Höhenunterschiede, die das Tal bis heute so eindrucksvoll machen. Lange Zeit war das Murgtal schwer zugänglich – und genau das bestimmte auch seine Geschichte.
Im Mittelalter lebten die Menschen hier vor allem von Forstwirtschaft und Flößerei. Riesige Holzstämme wurden über die Murg bis in den Rhein transportiert, teilweise sogar bis in die Niederlande. Später brachte die Industrialisierung Papiermühlen, Glashütten und Kraftwerke ins Tal. Ein technisches Highlight ist bis heute die Murgtalbahn, die sich mutig an Felsen und Flussufern entlangschlängelt.
Heute ist das Murgtal ein Paradies für Wanderer, Radfahrer und Naturfans. Zwischen Baiersbronn, Forbach und Gernsbach wechseln sich ruhige Dörfer, wilde Natur und beeindruckende Ausblicke ab. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell: Das Murgtal ist kein Ort für Eile – sondern für Entdeckungen.
Der Sagenweg mit Schloss Eberstein und einem springenden Grafen
So richtig angekommen im Schwarzwald sind wir, als wir Gernsbach im Murgtal erreichen. Hier bietet sich der Gernsbacher Sagenweg als perfekter Einstieg für Jung und Alt, Erwachsenengruppen und Familien.
Vom Klingele zum Grafensprung, weiter auf das Schloss und der nächste Halt in der Erzgrube. Auf der Strecke bekommen wir einen ersten Eindruck über die Steigungen, raue Felsen aber auch überwältigende Ausblicke und unterhaltsame Geschichten.
Auf der dazugehörigen Webseite findet ihr Alles, was ihr benötigt und einen Einblick in die alten Mythen und Sagen aus dem Murgtal.
Wir sind nur eine kurze Runde gelaufen, über die Engelskanzel zu Schloss Eberstein und weiter zum Grafensprung. Beim nächsten Besuch werden wir mit Sicherheit die fehlende Schleife mitnehmen und unseren persönlichen Sagenweg vervollständigen.
Die Württemberger schlossen ihn ein: Was tat Wolf Eberstein?
Er ritt von der Burg hinab an die Murg
zum steilsten Rand der Felsenwand.
Da war die Welt von Feinden rein, da sprengt er in die Murg hinein:
erhalte Gott Dich, Eberstein.
So kecke Flucht bringt keine Schmach, die Feinde selber jauchzen nach.
Er kam herab ohn´ Ungemach.
Fort ritt er dann, frei war der Mann. Seh´ einer, ob er´s auch so kann.
(August Kopisch)
Bei Bad Herrenalb am Falkenfelsen
Bekannt ist die Kleinstadt Bad Herrenalb für ihre Klosterruine und ihrem Prädikat Kurort. Und ja, es ist gemütlich hier.
Vom Wanderparkplatz Dobler Straße aus spazieren wir auf direktem Weg durch das Städtchen um am anderen Ende den Falkenfelsen zu erklimmen. Von dort haben wir eine perfekte Aussicht über das Albtal. Auf dem Rückweg machen wir noch einen Schlenker zum Tiergehege Dobetal. Klein aber fein (siehe Fotogalerie unten), gesehen haben wir das Wild leider nicht.
Empfehlenswert soll auch der Klosterweg vom Kloster Bad Herrenalb zur Klosterruine Frauenalb sein, doch die ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Das holen wir bei unserem nächsten Besuch im Nordschwarz nach und werden berichten.
Bildergalerie Schwarzwald
Auf geht s zur Teufelsmühle
Ihr wollt eine ordentliche Tagestour im Schwarzwald machen? Ausblicke genießen und dunkle Höhlen erkunden? ? Ein paar Höhenmeter absolvieren und unterwegs ein kühles Getränk bestellen? Dann haben wir hier etwas für euch (klick auf das Bild):
Die Teufelsmühle
Alle Touren von uns auf Komoot
Wasserfall und Bärenpark
Wir fahren weiter hinauf der Murg folgend bis nach Baiersbronn. Um an die Quelle der Murg zu kommen müssten wir hier abbiegen, das tun wir nicht (ihr wisst schon: auch das holen wir noch nach) sondern fahren geradeaus nach Freudenstadt. In der großen, aber gemütlichen Kreisstadt beziehen wir unser Quartier.
Wir merken schnell, dass hier ein Tourismus-Hotspot ist, was uns jedoch nicht sonderlich stört: Geschäfte zum Shoppen, Eisdielen und Restaurants, Parks und Veranstaltungen gibt es hier wie Sand am Meer, so dass sich alles verläuft. Und außerdem kann man ja in die Natur flüchten (was wir auch ganz schnell tun): In der Nähe des Kurparks verlassen wir die „Zivilisation“ und sind in kurzer Zeit dort, wo wir sein wollen, nämlich in Wald, Wiese und Freiheit. Vorbei geht es am Duftrosenpark Kienberg, wir besteigen den Friedrichsturm und kehren in der Berhütte Lauterbad ein (siehe Komoot-Tour unten).
Außerdem stellen wir euch einen Trip zum Bärenpark vor und kommen hierbei an einem grandiosen Wasserfall vorbei. Auch das Zauberland in der Nähe der Kinzigquelle lädt zum kurzweiligen Ausflug ein, ganz egal ob mit oder ohne Kids.
Fallendes Wasser und ein Bärenpark
Über 30 Meter freier Fall mitten im mystischen, dunklen Wald: Da müssen wir hin. Der Parkplatz ist in der Nähe und das Ziel recht gut zu erreichen, der Burgbachwasserfall.
Nach einer ausgiebigen Foto-Session kraxeln wir noch zum Aussichtspavillon und wenn wir schon einmal oben sind wandern wir parallel zum Hang in Richtung Süden. Hier wartet unser zweites Ziel, nämlich der Alternative Bärenpark Schwarzwald.
Über Tiere in Gefangenschaft kann man ja immer diskutieren, hier jedoch wird Tierschutz gelebt. Die Bären, die hier im Schwarzwald ihren Lebensabend verbringen, haben nur Schlechtes erlebt und zwar durch Menschen. Ob ehemaliger Zirkusbär, der nach der Schließung im Gehege einfach zurückgelassen wurde, die Mutter geschossen von Wilderern, illegaler Wildtierhandel, die Scheu vor Menschen verloren weil sie angefüttert wurden … wie dumm die Menschen sind.
Keine weiteren Kommentare nötig, besuchen und damit unterstützen!
Hier findet ihr die Öffnungszeiten, Preise und wann die interessanten Führungen stattfinden.
Die Kinzig
Die Kinzig entspringt bei der Gemeinde Loßburg, die zum Landkreis Freudenstadt gehört. (In Lombach-Loßburg kommen wir übrigens im sehr zu empfehlenden Landgasthof Zur Linde unter – mit die beste Küche auf unseren Reisen!). Der Fluss ist der Größte Rheinzufluss aus dem Schwarzwald und hat mit seinen Nebenflüssen das größte Talsystem dieses Gebirges geschaffen.
Nach knapp 100km fließt die Kinzig bei Straßburg in den Rhein.
Doch los geht es hier im Schwarzwald: Vom Parkplatz aus gehen wir a m Bachlauf entlang und erreich den kleinen aber feinen Kinzigsee. Der wurde erst 1978 angelegt und bietet Fischen, Kröten und anderen Wasserbewohnern eine Heimat.
Nach weiteren zehn Minuten kommen wir an die Kinzigquelle. Von hier aus bzw. in der Umgebung gibt es zahlreiche Wanderwege zu erkunden. Hier kann man eigentlich nichts falsch machen, wandert einfach drauf los.
Spaß machen auch die naturpädagogischen Angebote auf der großzügig angelegten Fläche am Startpunkt unseres Ausfluges gegenüber des Parkplatzes: Eine Wassererlebnisrunde mit Spielplatz, Nasswiesen, Infos über Wasser als und Lebensgrundlage oder Wasserlebewesen: Auch wir „Alten“ lernen hier noch Neues.
Anschließend kommt auch noch die Wiesenerlebnisrunde mit Streuobst, Bienenhaus und Bauerngarten. Hierher lohnt sich ein Familienausflug, der durch die Angebote erlebnisreich gestaltet wird.
Unsere hier vorgestellten Touren im Schwarzwald bei Komoot:
Back to nature - wenn auch nie wirklich weg
Wir holen euch ab und bringen euch zurück in die Natur: Unser Blog soll euch unterhalten, inspirieren und motivieren, eure Träume und Ziele in den Bereichen Reisen und Naturerlebnisse zu verwirklichen.
Ich weiß, ich weiß, es gibt andere Prioritäten, Verpflichtungen und Abschnitte im Leben, in denen unsere Zeit in der Natur einfach zu kurz kommt. Damit ist nun Schluss: Raus aus deiner Komfortzone und dem Hamsterrad!
B-ontour – das B steht für unseren Familiennamen Brendle – ist eines von mehreren Projekten. Hier findet ihr unsere anderen Webseiten: Viel Spaß beim Stöbern!

























